Box hart, aber fair

Dieser Artikel ist ein kurzer Ausflug in die Sportkultur. Und gleichzeitig ein Versuch, dem Boxsport möglichst vorurteilsfrei zu begegnen. Aktueller Anlass dafür ist Wladimir Klitschkos (der ist übrigens Doktor der Sportwissenschaften) Niederlage am Wochenende.

Wladimir Klitschko verliert nach elf Jahren seinen Weltmeistertitel im Schwergewichtsboxen. Kurz darauf verliert diesen aber auch sein Bezwinger, der Brite Tyson (Luke) Fury (wunderbare Berichterstattung von Sport1.de), weil er sich nicht an die Regeln hielt.

Das zeigt: Boxsport erfordert nicht nur körperliche Disziplin, sondern auch das disziplinierte Befolgen von Regeln. Bloß draufhauen und auf den Gegner eindreschen? Professionelles Boxen hat damit nichts zu tun.

Stärke und Härte braucht es, doch das Draufhauen folgt auch einer Ordnung. Kein Sport für Jedermann, aber für solche, die sich durchsetzen wollen. Boxen erfordert Charakterstärke und Disziplin, setzt psychische und körperliche Stärke voraus und trainiert sie.

Die Grazer „Boxerschmiede“ bewirbt Boxen als eine „Lebenseinstellung“. Die Forderung: Kämpfertum. Zweimal die Woche gibt es Trainings, die aus allgemeinem und speziellem Aufwärmen, Technik und abkühlenden Übungen bestehen und von professionell ausgebildeten Trainern geleitet werden. Der ganze Körper und nahezu alle Muskelpartien werden dabei beansprucht. Trainiert wird in der Gruppe.

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(c) Boxerschmiede

In sogenannten Sparring-Einheiten stehen sich die Boxer dann, passend nach Gewicht und Können, gegenüber. Gekämpft wird selbstverständlich immer mit Handschuhen und gezügelter Energie. Frauen sind ebenso willkommen wie Männer, sie können entweder im normalen Training mitmachen oder das speziell körperdefinierende Fitnessboxen betreiben.